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Pflegemodell

"Ein Pflegemodell ist die vereinfachte und anschauliche Darstellung von (komplizierten) Funktionen oder Abläufen, die eine Erforschung erleichtert oder erst möglich macht."

(zitiert aus Pflege heute, Lehrbuch und Atlas für Pflegeberufe, 1. Auflage vom September 1997 Urban und Fischer Verlag, München-Jena 2000).

Die Theorie ist die rein gedanklich abstrakte Betrachtung - das Gegenteil von der Praxis (tägliche Auseinandersetzung). Eine Pflegetheorie ist demzufolge, die abstrakte, wissenschaftliche Betrachtung von Pflege. Um diese Gedanken auf die Praxis anzuwenden, bedienen sich Pflegetheoretikerinnen wie Hendersen, Juchli, Ruper oder Orem eines Modells, das den Sachverhalt weit möglichst vereinfacht.

"Ein Pflegemodell besteht aus den Gedanken, die nicht beweisbar sein können oder müssen, jedoch daraus glaubhaft und nachvollziehbar Pflege beschreiben."

(zitiert aus Pflege heute, Lehrbuch und Atlas für Pflegeberufe, 1. Auflage vom September 1991 Urban und Fischer Verlag, München - Jena 200).

Untersucht man das Pflegeverständnis, gewinnt man den Eindruck eines Modell - Pluralismus. Vielfach wird auf verschiedene Modelle zurückgegriffen und Teile unterschiedlicher Modelle werden miteinander verknüpft.
Trotz aller Unterschiede gibt es Gemeinsamkeiten der Pflegemodelle:

  • individuell zentriert: Im Mittelpunkt der Pflege steht der einzelne Mensch, der Pflege benötigt.
  • ganzheitlich: Pflege beachtet alle Lebenszüge des Menschen, d.h. Körper, Psyche und soziales Umfeld.
  • geplant: Pflege setzt die Einschätzung des Pflegebedarfs voraus und wird immer wieder am Bedarf ausgerichtet.
  • professionell: Pflege als Beruf setzt eine Qualifikation voraus, die durch eine Ausbildung erworben und durch ein Examen nachgewiesen wird.

Nancy Ruper, Winfried W. Logan und Alison J. Tierney haben ein Krankenpflegemodell entwickelt, das auf einem Lebensmodell basiert. Ausgangspunkt dieses Modells ist ein handlungsorientiertes Menschenbild. Durch Beschreibung der Lebensaktivitäten (LA) wird ausgedrückt, dass Pflege da nötig ist, wo Einschränkung in einer oder mehreren dieser alltäglichen Handlungen vorliegen.

Die LA erinnern sehr an die von Hendersen formulierten Bedürfnisse. Sie werden durch Ruper, aber in einem größeren Zusammenhang gestellt. Das Modell von Ruper wurde hauptsächlich in abgewandelter und erweiterter Form von Liane Juchli verarbeitet. Sie hat im Wesentlichen Gedanken von Henderson und Ruper aufgegriffen und um ihre persönlichen, religiösen und christlichen Sichtweisen erweitert.

Unser Pflegemodell

Grundlage der Anamnese und der Pflegeplanung sind bei uns die Strukturierte Informationssammlung (SIS) nach dem neuen Strukturmodell zur Entbürokratisierung.

Die Strukturierte Informationssammlung

Eingangsfrage - Perspektive des Pflegebedürftigen:
Die Eigeneinschätzung der pflegebedürftigen Person bzw. des/der Angehörigen wird möglichst im Originalton wiedergegeben, um die Individualität und Wertschätzung zu betonen. Sie wird im laufenden Verständigungsprozess berücksichtigt.

Themenfeld 1: Kognition und Kommunikation
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient in der Lage ist, sich zeitlich, persönlich und örtlich zu orientieren, zu interagieren sowie Risiken und Gefahren zu erkennen. 

Themenfeld 2: Mobilität und Bewegung
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient in der Lage ist, sich frei und selbstständig innerhalb und außerhalb der Wohnung zu bewegen.

Themenfeld 3: Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient durch seine gesundheitliche Situation/ Einschränkungen und Belastungen und deren Folgen pflegerisch-fachlichen Unterstützungsbedarf zeigt.

Themenfeld 4: Selbstversorgung
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient in der Lage ist, z. B. Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken etc. selbstständig/mit Unterstützung zu realisieren.

Themenfeld 5: Leben in sozialen Beziehungen
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient Aktivitäten im näheren häuslichen Umfeld und im außerhäuslichen Bereich selbstständig/mit Unterstützung gestalten kann und wer ihn ggf. dabei unterstützt.

Themenfeld 6a: Haushaltsführung
Leitfrage/Leitgedanke:
In diesem Themenfeld geht es um die Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit der Patient seinen eigenen Haushalt noch selbst oder mit Unterstützung organisieren und bewältigen kann.

Die Risikomatrix:
In einer Tabelle werden die jeweiligen pflegesensitiven Risiken und Phänomene dokumentiert. Diese Risiken werden zusätzlich in den Themenfeldern beschrieben. Die Maßnahmen dazu werden in der individuellen Maßnahmenplanung benannt.

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